Ethik in der Wirtschaft

Im kaufmännischen oder wirtschaftlichen Bereich stehen die Betriebe und Unternehmen leider in einem Konkurrenzkampf, der eine egoistische Strategie verlangt, die das eigne Unternehmen auf Kosten anderer Unternehmen zur Prosperität bringen muss. Eine solche Strategie wäre im sozialen Bereich nicht tragbar und eindeutig verwerflich, da der Egoismus des Einzelnen nie bis dahin reichen darf, dass der Nachbar daran zugrunde geht. Da Unternehmensstrategie und ethische Rücksicht schließen sich einander ausschließen, hat die soziale Marktwirtschaft gesetzliche Schranken eingerichtet, z.B. unlauterer Wettbewerb, Kartellamt, Patentschutz, Arbeitsschutzgesetze, Eröffnungszeiten, Standortgebiete u.a..

Abstrakte Malerei und Phantasie

Die Befürworter der abstrakten Malerei berufen sich gerne auf deren Funktion der Anregung von Phantasie beim Betrachter. Sollte ihnen entgangen sein, dass auch die naturalistische Malerei Phantasie im Betrachter erwecken kann? Man denke an Sigmund Freuds 30 seitige Abhandlung über Leonardo da Vincis „Mona Lisa“, ein als naturalistisch zu bezeichnendes Meisterwerk. Wer Phantasie entwickelt, erlebt sie allemal, selbst bei langweiligen Reizen. Sie ist keine Funktion, die von außen angeregt werden muss, sondern eine des eignen geistigen Reichtums und der emotionalen Sensibilität. Ob abstrakt oder realistisch, der Dumpfe geht am Kunstwerk achtlos vorbei, der sensible und phantasievolle Mensch wird immer geistig angesprochen.

Das Verhängnis kategorischer Ethik

wird literarisch in Schillers Kabale und Liebe dramatisch auf die Bühne gebracht. Das junge Mädchen Luise, von reiner und edler Gesinnung, wird vom Sekretär Wurm zu einem Eid erpresst, der aussagt, dass sie ihren Geliebten Offizier Ferdinand mit einem anderen Mann betrogen habe. Durch diesen Eid wird ihr die Befreiung ihres Vaters aus dem Gefängnis zugesagt, zu dessen Strafe er durch intrigante und falsche Zeugen verurteilt worden ist. Der Eid soll die Liebesbeziehung zwischen dem adeligen Ferdinand und der bürgerlichen Luise zerstören. Ferdinand bekommt den Brief über die angebliche Untreue seiner Geliebten zugeschoben und stellt Luise zur Rechenschaft. Statt ihn über den erpressten Eid aufzuklären, fühlt sie sich durch den Eide gebunden und schweigt zu dem Vorwurf. Das Drama endet mit dem Selbstmord beider, weil die Partner an der kategorischen Einhaltung der eidlichen Schweigepflicht im gegenseitigen Missverständnis verharrten und daran seelisch zerbrachen.

praktische Ethik

Alle Prinzipien der Ethik sind bzgl. ihrer absoluten (kategorischen) Gültigkeit fraglich, insofern jede Situation individuell ethisch bewertet werden muss. Es gibt Notwehr, Notlügen, Raub aus Not heraus, Betrug, um ein größeres Unheil abzuwenden. Auch wenn die Gebote „Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen“ eine universelle Gültigkeit haben, so gibt es leider Ausnahmezustände, in denen das Leben von Menschen auf dem Spiel steht, z.B. der Tyrannenmord, die Notlüge bei Ehebruch, der Diebstahl bei Hunger, die Notwehr im Falle eins Angriffes, die Verteidigung zum Schutz eines schwachen Opfers. Dann gilt bei jeder Entscheidung, die bei einem Konflikt gefällt werden muss, dass aus ihr nur das geringste Unheil hervorgehen sollte, die Befriedung des Konfliktes und die Regel der versöhnlichsten Lösung.