Das Verhängnis kategorischer Ethik

wird literarisch in Schillers Kabale und Liebe dramatisch auf die Bühne gebracht. Das junge Mädchen Luise, von reiner und edler Gesinnung, wird vom Sekretär Wurm zu einem Eid erpresst, der aussagt, dass sie ihren Geliebten Offizier Ferdinand mit einem anderen Mann betrogen habe. Durch diesen Eid wird ihr die Befreiung ihres Vaters aus dem Gefängnis zugesagt, zu dessen Strafe er durch intrigante und falsche Zeugen verurteilt worden ist. Der Eid soll die Liebesbeziehung zwischen dem adeligen Ferdinand und der bürgerlichen Luise zerstören. Ferdinand bekommt den Brief über die angebliche Untreue seiner Geliebten zugeschoben und stellt Luise zur Rechenschaft. Statt ihn über den erpressten Eid aufzuklären, fühlt sie sich durch den Eide gebunden und schweigt zu dem Vorwurf. Das Drama endet mit dem Selbstmord beider, weil die Partner an der kategorischen Einhaltung der eidlichen Schweigepflicht im gegenseitigen Missverständnis verharrten und daran seelisch zerbrachen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.