Eine Welt ohne Kriege ein Manifest von Ewald Rumpf

Vorwort

Ursprünglich, als sich die ersten Gedanken zu meiner Konzeption : „Eine Welt ohne Kriege“ zusammensetzte, dachte ich, dass ich mich in einer Utopie bewegen würde. Dann stellte ich mit Erstauen fest, dass all meine Gedanken schon in der Charta der UNO formuliert sind und dass meine Utopie kein Gespinst der Wolken ist, sondern dass sie schon längst schriftlich formuliert als Vorschläge, Satzungen, Gesetze, Empfehlungen und Vereinbarungen in der UNO vorliegen. In allen Jahrhunderten, in allen Generationen fanden sich Pessimisten, Optimisten, Idealisten und Träumer ein, welche sich die Welt anders vorstellten, als sie sie erlebten, und entwickelten positive wie auch negative Utopien. Jahrzehnte oder Jahrhunderte später wurde das Wirklichkeit, was einstmals Utopie war. Ich selbst habe das in meinem Leben erlebt:

Entscheidung

Es gibt keine richtige oder falsche Entscheidung. Jede Entscheidung ist die Wahl eines Lebensweges, den du nur halbwegs kennst. Was dich letztlich erwartet, kannst du nicht vorhersehen. Wann immer du inne hältst und darüber nachdenkst, ob eine andere Entscheidung besser gewesen wäre, es ist kein gültiges Urteil gefällt, denn du kennst weder den anderen Weg noch hast du dein Ziel erreicht. Selbst beim Tod haben selten Menschen das große Ziel ihres Lebens erreicht.

Margaret Thatcher

Wer nicht weiß, dass die erste weibliche Premierministerin Großbritanniens, Margaret Hilda Thatcher (1925 Grantham – 2013 London) in Grantham aufgewachsen ist und nach Grantham kommt, wird schwerlich eine Kenntnis davon bekommen. Nur Ein Paar Schuhe und eine ihrer Handtaschen sind im örtlichen Museum zu sehen, eine kleine Plakette auf der zweiten Etage ihres Geburtshauses und ein Foto neben der Toilette in einer Kneipe, das ist alles, das bezeugt, dass man sich in Margaret Thatchers Heimatstadt befindet. Bis heute wird die berühmte Dame dort von einem Teil der Bevölkerung gehasst, vom anderen geliebt, gemäß der Einschätzung ihrer Politik, aber offensichtlich nicht so geachtet, dass die Stadt ein Aufhebens davon macht.

Haydns Kaiserquartett

Joseph Haydn (1732 – 1809) kann als der Erfinder der Streichquartette angesehen werden, von denen er 83 schrieb. Sie waren seitdem für alle großen Komponisten eine Herausforderung, ihr Talent darin zu zeigen, mit den vier Instrumenten von zwei Geigen, Bratsche und Cello eine vollgültige Musik zu gestalten. Das berühmteste seiner Quartette ist das Kaiserquartett, das er im Jahre 1797 für Kaiser Ferdinand komponiert hatte und aus dessen zweitem Satz, dem Adagio cantabile die Deutsche Nationalhymne entlehnt worden ist. In diesem Satz kommen die vier Instrumente besonders gut, fast könnte man sagen, didaktisch zum Ausdruck, weil die Melodie in jeder Variation von einem anderen Instrument aufgegriffen wird. Der hymnische Charakter der Melodie bemerkenswert. Im Gegensatz zu vielen anderen Nationalhymnen, die meist einen militärisch marschartigen und aggressiven Ton haben, ist die deutsche Nationalhymne von erlesener Schönheit und suggeriert Andacht und Frieden. Möge sich die deutsche Politik weiterhin in alle Zukunft nach der Stimmung dieser Melodie richten!

„Les raisins“ von Juan Gris

Juan Gris‘ Gemälde „Les raisins“ zeigt keine einzige Rosine. Schon darin liegt der Witz, der sich im Bild insgesamt ausdrückt. Es macht eher den Eindruck, eine Momentaufnahme eines unaufgeräumten Kellers zu sein, wo alte Möbelstücke und Journale überflüssigerweise aufbewahrt werden, und kein Platz mehr ist, noch einen Gegenstand zu beherbergen. Im Kubismus, zu dem dieses Bild zu zählen ist, spielt die Linienführung eine große Rolle und die Ordnung der Kuben, der eckigen Gebilde, die sich keiner Perspektive verpflichten. Das Kreuz und Quer Gedränge lässt den Blick des Betrachters unruhig schweifen. Interessant ist die Farbgebung, die, obwohl keine einzige leuchtende Farbe vorhanden ist, dennoch hell wirkt. Das macht der Kontrast aus zwischen den braunen Tönen bei den hinteren Objekten und den hellen und weißen Stellen vorne. Man sucht nach dem Sinn in den sinnlosen Objekten und ist mit einer existentiellen Frage konfrontiert: Sinn oder Chaos im Leben?

Vanessa Mae

Wunder in der Menschheit. Es gibt Frauen, die durch ihre Schönheit Männer und Frauen begeistern. Es gibt Genies der Musik, welche die Menschheit beglücken. Immer sind diese wunderbaren Gaben verteilt. Man findet keine in der Kunst oder Wissenschaft genialen Menschen, die auch höchste Schönheit des physischen Aussehens aufweisen. Aber – und das ist das Fassungslose: Es gibt eine Frau in der Welt, in der beides zugleich vorhanden ist. Vanessa Mae. Sie ist ein Virtuosin auf der Geige und gleichzeitig von erlesener Schönheit, einer Schönheit, die zu jeder Zeit sie zu einer Miss Universe küren könnte. Und diese Göttin der Schönheit tritt auf eine Bühne, spielt die anspruchsvollsten und faszinierendsten Werke der klassischen Musik arrangiert in einer Show von Licht, Farben und den Tönen eines Jazz- Ensembles, so dass das hundert oder tausendfältige Publikum in Ekstase gerät. Ihr Auftritt überbiete alles, was es je an Großartigem in der Welt der Musikevents gibt.

Vulkanausbruch

Aus den Nachrichten im Internet hörte man von folgendem Naturereignis: Begleitet von bis zu 230 Erdbeben pro Stunde, begann am 4. Juni 2011 der eruptive Prozess im Vulkankomplex Puyehue-Cordón Caulle in den chilenischen Anden. Monatelang wurden insgesamt 100 Millionen Tonnen Asche und Gestein in die Luft gewirbelt. Laut Wissenschaftlern war die Kraft von 70 Atombomben am Werk. Unzählige Blitze tanzten um das zerstörerische Spektakel herum. So könnte man sich das Jüngste Gericht vorstellen. Die Folgen für die Region waren fatal. Evakuierungen, verschmutzte Seen, überhitzte Flüsse, kontaminierte Wiesen und Zusammenbruch des Tourismus. Tiere verendeten, da sie auf vergifteten Weiden grasten. Chaos nicht nur beim Flugverkehr in Chile, sondern auch in Argentinien und Uruguay. Viele Anwohner berichten seither von gesundheitlichen Problemen, verursacht durch die eingeatmeten Partikel in der Luft.

Solidarität in fragwürdiger Entwicklung

Solidarität bedeutet Beistand, differenziert in Hilfeleistung an einem notleidenden Partner oder Verteidigung beim Angriff eines Partners oder gemeinsamer Kampf mit einem Partner gegen einen Widersacher. Im 19. Jahrhundert hat sich die Idee des Solidaritätsprinzips entwickelt, nämlich die gegenseitige Absicherung innerhalb der Arbeiterschaft gegen kapitalistische Existenzbedrohung. Daraus entwickelte sich ein Kampfbegriff gegen den Kapitalismus, erweitert auf einen Kampf gegen Regierungen und Parteien und schließlich die kommunistische Revolution. Solidarität kann also auch zu mörderischer Massenbewegung ausarten, deren ethische Haltung sehr in Zweifel gezogen werden muss.

Kinästhetische Kunst

Die Wirkung des Filmes beruht neben dem visuellen Reiz auch auf einem starken Einbezug des kinästhetischen Sinnes, z.B. des Gleichgewichtssinnes im Falle schneller Bewegungen, besonders deutlich in einer dreidimensionalen Darbietung mit rasenden Fahrten durch Labyrinthe. Wenn Architektur zur bildenden Kunst zählt, dann spricht sie den kinästhetischen Sinn ebenfalls stark an. Man denke an die Wendeltreppen in Türmen oder den breiten Treppen in den Eingangshallen barocker Schlösser. Gute Architektur verschafft dem eintretenden Gast ein Wohlgefühl im Raum und seinen Bewegungen.

Kinästhetischer Sinn und Kunst

Bei der Frage, welche Sinne bei einem Werk der bildenden Kunst beteiligt sind, wird man vorderhand an den visuellen denken. Das stimmt, aber andere Sinne sind nicht auszuschließen, wie z.B. der kinästhetische Sinn. Statuen fordern geradezu die Bewegung des Betrachters heraus: Er dreht sich um das Kunstwerk, sieht es räumlich, wie es räumlich konzipiert worden ist. Bei einem Gemälde tritt dieser Effet wesentlich seltener auf. Wahrnehmbar wird er bei Deckengemälden, welche den von unten nach oben schauenden Betrachter immer wieder auffordern, den Kopf in diese oder jene Richtung zu drehen, um die komplizierten Perspektiven zu erfassen. Auch Gemälde mit starken perspektivischen Tiefenwirkungen reizen den Bewegungssinn des Betrachters.

Etikette und Moral

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Unabsichtliches und absichtliches Leid

Es gibt es in der Natur exzessive Vermehrung von Pflanzen, welche andere Arten zum Absterben bringen, z.B. die Ausbreitung von Brennnesseln auf feuchten und Nährstoff haltigen Böden. Im sozialen Bereich wird durch die Verfolgung eigener Interessen und Lustgewinnes anderen Personen unabsichtlich Leid zugefügt, z.B. im Konkurrenzkampf um Arbeit und in der Liebe. Es gibt Zugrundrichten anderer Unternehmen durch strukturelle Gegebenheiten, z.B. durch Errichtung von Supermärkten, mit deren Preise oder Einkaufsbequemlichkeiten die nahe gelegenen kleinen Kaufläden nicht mehr konkurrieren können und ihren Betrieb aufgeben müssen. So ist die Welt eingerichtet: Der Gewinn des Einen ist der Verlust des Anderen. Um wie viel mehr muss sich deshalb der Mensch ethisch bemühen, dass nicht noch absichtlich Leid verursacht wird!

Ethik in der Wirtschaft

Im kaufmännischen oder wirtschaftlichen Bereich stehen die Betriebe und Unternehmen leider in einem Konkurrenzkampf, der eine egoistische Strategie verlangt, die das eigne Unternehmen auf Kosten anderer Unternehmen zur Prosperität bringen muss. Eine solche Strategie wäre im sozialen Bereich nicht tragbar und eindeutig verwerflich, da der Egoismus des Einzelnen nie bis dahin reichen darf, dass der Nachbar daran zugrunde geht. Da Unternehmensstrategie und ethische Rücksicht schließen sich einander ausschließen, hat die soziale Marktwirtschaft gesetzliche Schranken eingerichtet, z.B. unlauterer Wettbewerb, Kartellamt, Patentschutz, Arbeitsschutzgesetze, Eröffnungszeiten, Standortgebiete u.a..

Abstrakte Malerei und Phantasie

Die Befürworter der abstrakten Malerei berufen sich gerne auf deren Funktion der Anregung von Phantasie beim Betrachter. Sollte ihnen entgangen sein, dass auch die naturalistische Malerei Phantasie im Betrachter erwecken kann? Man denke an Sigmund Freuds 30 seitige Abhandlung über Leonardo da Vincis „Mona Lisa“, ein als naturalistisch zu bezeichnendes Meisterwerk. Wer Phantasie entwickelt, erlebt sie allemal, selbst bei langweiligen Reizen. Sie ist keine Funktion, die von außen angeregt werden muss, sondern eine des eignen geistigen Reichtums und der emotionalen Sensibilität. Ob abstrakt oder realistisch, der Dumpfe geht am Kunstwerk achtlos vorbei, der sensible und phantasievolle Mensch wird immer geistig angesprochen.

Das Verhängnis kategorischer Ethik

wird literarisch in Schillers Kabale und Liebe dramatisch auf die Bühne gebracht. Das junge Mädchen Luise, von reiner und edler Gesinnung, wird vom Sekretär Wurm zu einem Eid erpresst, der aussagt, dass sie ihren Geliebten Offizier Ferdinand mit einem anderen Mann betrogen habe. Durch diesen Eid wird ihr die Befreiung ihres Vaters aus dem Gefängnis zugesagt, zu dessen Strafe er durch intrigante und falsche Zeugen verurteilt worden ist. Der Eid soll die Liebesbeziehung zwischen dem adeligen Ferdinand und der bürgerlichen Luise zerstören. Ferdinand bekommt den Brief über die angebliche Untreue seiner Geliebten zugeschoben und stellt Luise zur Rechenschaft. Statt ihn über den erpressten Eid aufzuklären, fühlt sie sich durch den Eide gebunden und schweigt zu dem Vorwurf. Das Drama endet mit dem Selbstmord beider, weil die Partner an der kategorischen Einhaltung der eidlichen Schweigepflicht im gegenseitigen Missverständnis verharrten und daran seelisch zerbrachen.

praktische Ethik

Alle Prinzipien der Ethik sind bzgl. ihrer absoluten (kategorischen) Gültigkeit fraglich, insofern jede Situation individuell ethisch bewertet werden muss. Es gibt Notwehr, Notlügen, Raub aus Not heraus, Betrug, um ein größeres Unheil abzuwenden. Auch wenn die Gebote „Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen“ eine universelle Gültigkeit haben, so gibt es leider Ausnahmezustände, in denen das Leben von Menschen auf dem Spiel steht, z.B. der Tyrannenmord, die Notlüge bei Ehebruch, der Diebstahl bei Hunger, die Notwehr im Falle eins Angriffes, die Verteidigung zum Schutz eines schwachen Opfers. Dann gilt bei jeder Entscheidung, die bei einem Konflikt gefällt werden muss, dass aus ihr nur das geringste Unheil hervorgehen sollte, die Befriedung des Konfliktes und die Regel der versöhnlichsten Lösung.

Gesetz und Auflösung

In der Ethik verhält es sich wie mit den Gesetzen der Gestirne. Sie regeln ihren normalen Lauf, aber wenn ihr Ende kommt, ihr Sterntod gewissermaßen, stellen sich Bedingungen ein, die nicht mehr berechenbar sind. So auch die Ethik: unter normalen Bedingungen sind die Regeln eindeutig und festgesetzt. Aber in Ausnahmesituationen, Krieg, Katastrophen, Notwehr, Hunger, Lebensbedrohung, gelten sich nicht mehr grundsätzlich, sondern nur noch situationsabhängig und relativ. Sie können keinen Prinzipien mehr gehorchen, sondern nur noch der optimalen Lösung des Konfliktes, der maximalen Reduzierung des Leids.

Reklame für einen Faltenwischer

Sich mit künstlichen Salben zu verschönern ist eine Lüge gegen die Ehrlichkeit der Natur. Sich aber mit Euderma superliscia Falten wegzuwischen ist Erinnerung an jenen Zustand der Natur, den Ihr Antlitz einstmals hatte. Ist die Wiederbelebung der Erinnerung eine Lüge? Mitnichten, nur ein Spiel mit der Zeit, sie spaßeshalber oder zur Aufmunterung Ihres Wohlgefühls mal rückwärts laufen zu lassen.

Was soll Ihr Gesicht verraten, was verbergen

Wir wissen, wie interessant Falten eines Gesichtes sind. Sie sind die geologischen Schichten Ihrer Biographie. Wem macht es nicht Freude, in den Furchen eines Gesichtes zu lesen. Aber muss man alles aus seinem Leben verraten? Wenn Sie diskret sein wollen, auch ein paar Geheimnisse Ihrer Biographie verbergen wollen, dann nehmen sie einfach Spiegatum giovanile. Damit sind ein paar Chiffren ihres Gesichtes gelöscht und Ihre Geheimnisse wollen auf liebliche Weise entdeckt werden.

Menschliche Darstellung in der Prähistorischen Kunst

Es ist rätselhaft, warum es in der Prähistorischen Kunst z.B. in den Höhlen von Altamira oder Lasceau (ca. 20 000 v. Chr.) so ausgezeichnet proportionierte Tierdarstellungen mit absolut charakteristischen Merkmalen und feinsten Details von Kopf, Hörnern, Beinen, Behaarung gibt, die selbst einen modernen Künstler auszeichnen würde, wenn er sie als Fresken an seine Wände und Decken gemalt hätte, während die wenigen Menschendarstellungen sich auf primitive Striche reduzieren, die höchstens die künstlerische Stufe eines sechsjährigen Kindes erreichen. Gab es damals schon die abergläubische Scheu, dass mit der Abbildung eines Menschen auch seine Seele gefangen oder beschädigt wird? Und dass damit nur die dürftige Andeutung von Strichen gleichsam hieroglyphischer Sparsamkeit erlaubt oder erträglich war?

Bild und Seele

Nicht nur primitive Eingeborene glauben daran, dass die Seele im Bild des Menschen eingefangen ist, das ein Zeichner oder Photograph von ihm gemacht hat. Auch hohe Theologen der orthodoxen Kirche glaubten daran und entfesselten den Ikonoklasmus, in dem man die Ansicht vertrat, dass bei der Darstellung Christi dessen Menschennatur eingefangen sei, aber die göttliche nur als Zerrbild erscheine und man deshalb seine Doppelnatur von Mensch und Gott in Blasphemie setze. Auch heute werden beim Sturz der Diktatoren ihre Bilder zerrissen und ihre Statuen zerstört, um gleichsam deren Seele auszurotten. Und die der Liebe Enttäuschte verbrennen die Fotos der treulosen Geliebten. Kann man sich dessen ganz erwehren? Man kann nicht. Man kann sich der Anthropomorphisierung oder Animisierung jener Gegenstände nicht entziehen, mit denen wir uns stark emotional verbunden haben.

Was ist ein Blog

Der Begriff blog wurde aus der Zusammensetzung und Kürzung des Begriffe aus Web und Logbuch gewonnen und bedeutet Eintrag ins World wide web -Netz. Der Begriff Weblog tauchte 1997 erstmals auf der Website von Jorn Barger auf, 1999 wurde die Abkürzung „Blog“ vom Webdesigner Peter Merholz geprägt – in dem Jahr, in dem allgemein der Aufstieg dieser Art von Websites begann. Heute kann ein Blog jeder Privatperson und jedem Unternehmen dazu dienen, durch Kommentare auf sich aufmerksam zu machen. Es ist inzwischen ratsam, sich bei Blog Urheberrecht zu vergewissern, was und wie veröffentlicht werden darf. Lange Zitate ohne Quellenangabe sind strafbar, die Benutzung von Bildern und Fotos mit Fälschung des Urhebernamens ebenfalls. Die Rechtslage klar zu durchschauen ist schwierig, Berufung auf die Meinungsfreiheit schützt nicht grundsätzlich vor Strafe eines zivilrechtlich anstößigen oder unsittlichen oder verbotenen Inhalts.

Verschönerung

Technik ist Eingriff in die Natur zum Zwecke der größerer Bequemlichkeit, Kunst ist Eingriff in die Natur zum Zwecke größerer Schönheit. Verschönere Dich, Dame, Lady, Signora, mit dem Eingriff der Hautpflege und Schminke in die Natur deines Gesichtes zum Zwecke der ästhetischen Bereicherung deiner Gestalt. Mache aus der Natur deines Antlitzes ein Kunstwerk der Liebe und Zuneigung.

Rückwärtslauf der Zeit

Aus zwei Motiven heraus sehnt sich der Mensch, die Zeit rückwärts laufen zu lassen: Erstens ungeschehen zu machen, wofür man sich geschämt hat und zweitens, um jünger zu werden. Im ersten Fall hilft manchmal auch das Vergessen, um mindestens im subjektiven Erleben die Scham ausgelöscht zu haben, leider ist damit nicht das Ereignis selbst und die Erinnerung der Anderen an dieses Ereignis gelöscht. Im zweiten Fall könnte das Verdrängen der Realität helfen, aber wie, wenn einen doch auf Schritt und Tritt der Spiegel verfolgt, im Badezimmer, in der Garderobe, im Restaurant, in den Geschäften und in allen spiegelnden Fensterscheiben und letztlich in den sich einschleichenden Gebrechen. Hoffentlich kann uns die nächste Inkarnation eines Einstein statt gekrümmtem Raum und gedehnter Zeit rückwärts laufende Zeit und verlassenen Raum gewinnen lassen.

Eine merkwürdige Etymologie (2)

Wie ist die chinesische Ähnlichkeit des Wortes Tai Fung mit Taifun zu verstehen? Dort gibt es die Wörter Tai Fung, Tai Feng. Da Feng bedeutet großer Wind. Im Indonesischen, wieder einer ganz anderen Sprachgruppe, heißt der Sturm taufan, im Japnischen taifu. Alles, was aus dem Englischen abgeleitet ist, spricht den ersten Vokal als ai aus, wie im Deutschen Taifun und im Finnischen taifuuni, die romanischen Sprachen bleiben bei der antiken Vokalaussprache, dass i gleich i ist. Das Italienische hält sich mit dem Wort Tifone an den griechischen Sturmgott Typhon. das Französische spricht typhon mit nasalem zweiten Vokal ohne Aussprache von n, Schwedisch orientiert sich klassisch mit Typhoon.

Eine merkwürdige Etymologie (1)

Das Wort Taifun ist eine Verdeutschung des um 1819 geprägten engl. Wortes Typhoon, das erstmals 1555 als Tiphoon, (Wirbelsturm) in die Literatur einging. Abgeleitet wohl vom griechischen Typhon, (Wirbelwind) dessen Deisierung Typhon ist, der Gott der Stürme. 1580 kann man im Englischen Formen wie touffon und tufan finden. 1666 taucht das Wort tuffoon auf. Im Arabischen heißt Sturm tufan und umdrehen heißt tafa, was möglicherweise das portugiesische tufao (Sturm) geprägt hat. Europäischer und arabischer Raum könnten sich gegenseitig in der Sprachbildung des Wortes beeinflusst haben.

Der Windstoss (Coup de vent)

Jean-Baptiste Camille Corot Corot, Jean-Baptiste-Camille (1796-1875), französischer Maler und Graphiker, zu dessen bedeutendsten Werken stimmungsvolle Landschaftsbilder zählen, die auf den Impressionismus vorausweisen, hat 1855 das Gemälde „coup de vent“ geschaffen. Im Gegensatz zu anderen seiner Bilder schlägt einem hier die Trostlosigkeit aufs Gemüt. Die karge Landschaft unter dem grauen Himmel mit einem Wanderer auf einem Feldweg ohne sichtbare Gesichtszüge und ohne Richtung der Bewegung, verloren in der Ziellosigkeit, symbolisiert das eintöniges Leben eines einsamen Menschen, der zwischen Depression und Verzweiflung schwankt. Die vom Sturm schräg geblasenen Bäume sehen wie Ruten aus, die auf den Mann einschlagen. Es ist als ob der Depressive den Moment erlebte, wo die Welt auf ihn einstürzt.