Der Künstler Bezalel

Von Künstlern aus griechisch archaischer Zeit und den orientalischen Regionen der Zeiten davor sind keine Namen überliefert, dafür aber beeindruckende Reste ihre Kunstwerke. Aber von einem um 1000 v. Chr. wirkenden Künstler haben wir den Namen, aber leider kein Kunstwerk mehr. Es handelt sich um den im 2.Mose Kapitel 31 genannten Bezalel, der von Gott beauftragt wurde, die Stiftshütte (eine Art Tempel) zu bauen. „Und der Herr redete zu Mose und sprach: Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezalel, den Sohn des Uri, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, und habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit, Verstand und Können um für jedes Kunsthandwerk, Pläne zu entwerfen, um in Gold, Silber und Bronze zu arbeiten. Auch mit (der Fertigkeit zum) Schneiden von Steinen zum Einsetzen und mit der Holzschnitzerei (habe ich ihn begabt), damit er in jedem (Hand)werk arbeiten kann.“ Sehr schön kommt hier auch der Sachverhalt zur Sprache, dass ein guter Künstler mit Weisheit und Verstand ausgezeichnet ist, was immer die Voraussetzung für hohes Können ist.

Was ist Wahrheit

Was ist Wahrheit? Im sozialen Gefüge der Menschen eine Sache, deretwegen schon Millionen von Menschen gefoltert und umgebracht wurden, eine endlose Liste von religiösen und politischen Märtyrern, deren Leben teils sinnlos hingeschlachtet wurde, teils aber auch durch ihren beispielhaften Mut große humane Veränderungen hervorgerufen haben, die ohne das wahre Bekenntnis nie zustande gekommen wären. Wann also ist das Beharren auf Wahrheit – und es immer die subjektive Sicht der Wahrheit – sinnlos wie es bei Galilei war oder sinnvoll wie es bei Luther war? Hinweisen möchte ich auf ein Zitat von David Nyberg, Professor an der State University in New York: „Die körperliche und seelische Unversehrtheit unserer Mitmenschen, ihr Wohlergehen und ihre Würde sind höhere Werte als die Wahrheit“.

Die lieblichste Lüge

Jede Lüge ist eine Verstellung, sei es unserer Tat, unserer Gedanken oder unserer Erscheinung. Eine Frau färbt sich die Haare, verlängert ihre Wimpern, betont den Ausdruck ihrer Augen durch gefärbte Umrandungen, bleicht ihre Stirn mit Puder, erfrischt ihre Wangen durch Rouge, erhöht den Sexappeal ihrer Lippen durch knalliges Rot. Gehört das zu der dem Menschen eigenen Lust zur künstlerischen Gestaltung? Oder ist es eine Lüge, das wahre, unverfälschte, natürliche Antlitz zu verbergen und ein schöneres vorzutäuschen? Wenn ja, dann ist das die lieblichste Lüge.

Das Wunderkind Mendelssohn-Bartholdy

Felix Mendelssohn-Bartholdy (deutscher Komponist von 1809 Hamburg bis 1846 Leipzig) trat mit neun Jahren als Pianist auf, mit 10 Jahre komponierte er schon 60 Stücke für Klavier, Geige und Orgel. Mit 12 Jahren bekam er eine Audienz bei Goethe und hatte Kontakt mit Carl Maria von Weber, schrieb Briefe in einem so geschliffenen Stil, als wäre er Literat, mit 14 Jahren komponierte er seine erste Oper, mit 17 den berühmtem Sommernachtstraum. Bezeichnend bei solchen Höchstbegabungen ist auch die Tatasche, dass andere Familienangehörige ähnlich großartige Begabungen aufweisen, in Bachs Familie von 3 Generationen gab es über 20 Komponisten, bei Mozart war es seine Schwester Nannerl, bei Mendelssohn war es seine Schwester Fanny, die ebenfalls Konzertpianistin und Komponistin war.

Das lange Andauern der Steinzeit

Wie ist es zu erklären, dass der Homo sapiens 100 000 Jahre in der primitiven Kultur der Steinzeit verharrte, um erst dann die technischen Fortschritte zu erringen, mittels derer er die ersten Hochkulturen in Syrien, Ägypten und China aufbauen konnte? Und es auch dann wieder 6000 Jahre dauerte bis er in die rasende technische Entwicklung geriet, welche die Zivilisation seit 200 Jahren auszeichnet? Und noch heute gibt es in tropischen Urwäldern versprenkelte Naturvölker, welche aus dem steinzeitlichen Zustand noch nicht herausgekommen sind. Wahrscheinlich ist das hohe Angstpotential der Naturmenschen für das Eingehen neuer Erfahrungen und das Überschreiten der im Aberglauben verankerten geistigen Einschränkungen der Grund des Verharrens auf dem einmal erreichten und zum Leben gerade dienlichen Niveau.

musikalische Genies

Wenn im 18. Jahrhundert vier musikalische Genies wie Bach, Mozart, Haydn, Beethoven in einer Bevölkerung von maximal 100 Millionen Menschen auftauchten, dann müssten im 20. Jahrhundert bei einer Bevölkerung von 10 mal so größerem Ausmaß statistisch 40 solche Genies vorhanden sein. Bei dieser Bevölkerungsangabe ziehe ich nur jenen Teil in Betracht, in dem kulturell solche musikalischen Genies entdeckt und gefördert werden können, wo es also Ausbildung klassischer Musik überhaupt gibt. Wenn man nach musikalischen Wunderkindern sucht, findet man ungefähr diese Anzahl im Internet. Ein sicheres Indiz für musikalische Höchstbegabung ist ihr Auftauchten im Kindesalter mit Leistungen, die mindestens 10 Jahre früher als in normaler Ausbildung auftauchen. Im Internetforum Youtube unter der Rubrik Wunderkinder werden einige dieser verblüffenden Talente vorgestellt.

das größte Glück

Das größte Glück im Leben besteht nicht in den Gaben, die wir bekommen haben oder den Gütern, die wir erworben haben, oder der Lust, die wir erobert haben, sondern in der Fähigkeit, in jedem Moment des Lebens etwas außergewöhnlich Schönes wahrzunehmen. Lass dich niemals von irgendeinem Missgeschick derart überwältigen, dass du nicht im nächsten Moment noch etwas Schönes wahrnehmen könntest. Das Glück aus der Sichtweise zu erblicken, ist die schönste und vielleicht auch einzige Garantie dafür, Glück zu erleben.

Kunst und Lust

Kunst vermittelt den Sinnen etwas, was nicht in der Natur vorkommt, sondern was der Mensch für sich oder für andere herstellt. Sie ist im Gegensatz zu technischen Produkten nicht auf die Nützlichkeit, sondern auf den Genuss, d.h. die  lustvolle Anregung der Sinne ausgerichtet. Das letztere ist  gerade das, was die Diskussion um die Kunst ausmacht, nämlich was dem Einen als lustvoll erscheint, gerät dem Andern zum Ekel, und er wird den Reiz nicht als Kunst betrachten. Es ist sehr vergleichbar der sexuellen Erregung, die ebenfalls sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, auch hier reicht die Palette vom Ekel bis zur höchsten Lust, von Masochismus bis zum Sadismus.

Genügsamkeit

In der Selbstgenügsamkeit liegt die größte Chance des Glücks, weil die Bereicherung über das Niveau der Genügsamkeit die größte Amplitude einnehmen kann. Wer keinen Cent über dem hat, was er zu knappen Existenz braucht, wird schon mit einem kleinen Zusatzbetrag Glück empfinden, Wer Millionen Dollar hat, wird von weiteren tausenden Dollars Gewinn unberührt bleiben. Desgleichen jener, der täglich nur eine schmale Kost zu sich nimmt, wird bei einem Leckerbissen schon ein Festessen erleben. Wer sich täglich mit feinen Speisen verwöhnt, wird durch keine raffinierte Kost zu noch mehr Genuss gebracht, sie vielmehr in den Alltag seines Erlebens einreihen. Alles, was über die Sättigung der Grundbedürfnisse an Lustgewinn hinausgeht, wirkt umso kräftiger, je knapper die Sättigung durchschnittlich gehalten wird.

Palawan in Phillipinen

Die Palawan sind ein auf den südlichen Inseln der Philippinen lebendes Naturvolk, das von den natürlichen Resourcen des Urwaldes lebt, von Reisanbau auf kleinen gerodeten Flächen, Bienenhonig und Wildschweinjagd. Sie kennen keinen Landbesitz, sondern leben an der Stelle, die ihnen die Natur gerade zum Überleben bietet, um bei Mangel weiterzuziehen. Eines der Grundprinzipien, auf denen das Leben der Palawan basiert, ist das Konzept ingasiq, was „Mitgefühl“ bedeutet. Dieses Konzept ist eine Richtschnur für all ihre Handlungen. Leider besitzen die Vertreter der Regierung und zahlreicher Großkonzerne dieses Prinzip nicht, brechen in das Land ein und verwüsten es an beliebig vielen Stellen die Natur, um durch Bergbau Profite zu machen, rücksichtslos gegen die Urbewohner, rücksichtslos gegen die Ökologie der Natur. Es ist erschreckend, mit welcher Brutalität die zivilisierte Menschheit Menschen, Tiere und Natur zerstört.

Redundanz und Information in der Kunst

Die klassische Musik des 17. und 18. Jahrhunderts zeichnet sich dadurch aus, dass die Kompositionen in Sätze (z.B. Sonatenform) gegliedert sind, die im Tempo und der Stimmung abwechseln. Innerhalb der Sätze herrschen bestimmte Regeln (Sonatensatzform) der Länge und der Wiederholungen und der Variationen der Motive. Wiederholungen und Variation lassen sich zwanglos wiedererkennen. Der Terminus dafür ist Redundanz: das schon Bekannte taucht wieder auf. Überraschungen sogenannte (neue) Information erscheint bei der Präsentation neuer Motive oder der überraschenden Variation schon bekannter Motive. Das Verhältnis zwischen Redundanz und Information ist ausgewogen. Die moderne gehobene Musik der 20 Jahrhunderts (E-Musik) unterliegt diesen Regeln nicht mehr, sondern bietet eine unaufhörliche Aneinanderreihung von neuen Motiven, Klangfarben, musikalischen Einfällen und willkürlich Disharmonien, in welche kaum noch Redundanz ist. Sie bietet zu viel Information, um noch angenehm zu wirken.

Der Dalai Lama

Eine der großen Persönlichkeiten unserer Zeit ist der der Dalai Lama. Ich frage mich immer, wie ein Mensch so großartig werden kann, wenn er mit vier Jahren von seinen Eltern abgeholt wird und fortan sein Leben in einem Kloster verbringen muss. Wie es möglich ist, dass das Kind, das man mit 6 Jahren schon auf einen Thron setzt und Erwachsene vor ihm in Demut niederbeugen lässt, später ein mitfühlender, humorvoller Mensch werden kann, der die alltäglichen menschlichen Konflikte bis ins Tiefste versteht und alle Menschen so ansprechen kann, dass sie vor Staunen und Begeisterung ergriffen werden.

Der Dalai Lama sagt…

Möge den Armen Reichtum zuteil werden und den von Kummer und Leid Entkräfteten Freude!

Mögen die Verzweifelten neue Hoffnung schöpfen, dauerhaftes Glück finden und zu Wohlstand gelangen!

Mögen die Verängstigten ihre Angst abstreifen und die Gefesselten frei sein!

Mögen die Schwachen zu Kräften kommen und mögen ihre Herzen in Freundschaft verbunden sein!